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Stolpersteine gegen das Vergessen in Neukirchen - Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus am 07. Juli 2021

Neukirchen , den 19.07.2021

Am Mittwoch, dem 7. Juli 2021 wurden in Neukirchen 3 neue Stolpersteine verlegt. Der Künstler Gunter Demnig ergänzt damit sein wachsendes dezentrales Kunstwerk zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Die Stolpersteine regen inmitten des Stadtbildes eine thematische Auseinandersetzung mit den Schicksalen nationalsozialistischer Ausgrenzung und Verfolgung an. Sie werden vor dem letzten frei gewählten Wohnort der Opfer in den Gehweg eingelassen. Eine Messingplatte auf der Oberfläche nennt mit der Inschrift „Hier wohnte…“ den Namen, den Geburtsjahrgang sowie die Umstände des Todes.

 

Die Einbringung von 3 Stolpersteinen fand vor dem Wohnhaus Untergasse 3 in Gedenken an die Familie Moritz Sonn statt. Die Schülerinnen und Schüler Nicole Axt, Anna-Lena Frau, Theresa Riedemann, Boris Bauer, Nils Schäfer, Lea Ritter und Chiara Bernhardt der Steinwaldschule Neukirchen präsentierten die Rechercheergebnisse. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung:

 

Die Familie

 

„Der Großvater, der 1845 geboren wurde, war Witwer. Er war Veteran aus dem Krieg 1870/71 und trug mit Stolz die Fahne des Kriegervereins, bis man es im 3. Reich verbot.

Moritz Sonn, der 1879 geboren wurde, war Pferdehändler. Als Frau Sonn schon früh starb, heiratete Herr Sonn zum zweiten Mal und hatte mit seiner Frau Berta, geborene Katzmann, einen Sohn mit Namen Siegbert, der 1925 geboren wurde.

Die Tochter aus erster Ehe Berta, geboren 1908, verheiratete sich nach auswärts und wanderte schon früh mit ihrer Familie nach Amerika aus. Immer wieder bat sie die Eltern nachzukommen, diese verpassten dies und kamen mit ihrem Sohn Siegbert um.“

 

Moritz und Berta Sonn starben 1942 in Sobibor.

Sigfried Sonn starb am 19. September 1942 in Majdanek.

 

Bei der Zusammenkunft waren rund 100 Bürger:innen anwesend.

 

Seit 2014 sind in der Stadt Neukirchen 28 Stolpersteine verlegt worden. Mit den Steinen wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die unter dem NS-Regime leiden mussten, darunter jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sinti und Roma, Homosexuelle sowie politisch und religiös Verfolgte.

 

 

Bild zur Meldung: Wir sehen von links nach rechts die an dem Projekt beteiligten Schüler/innen der Steinwaldschule Boris Becker, Lea Ritter, Chiara Bernhardt, Nils Schäfer, Theresa Riedemann, Nicole Axt und Anna-Lena Grau, Hans-Werner Dittmar (zuständige Lehrkraft der Steinwaldschule), Bürgermeister Marian Knauff, Erster Stadtrat Jürgen Lepper, Stadtrat Helmut Reich, Stadtrat Gerd Höfer, Stadtverordneter Luca Fritsch, Stadtverordneter Jan-Hendrik Schmidt, Stadtverordneter Sven Hübl sowie weitere interessierte Mitbürger/innen und Schüler/innen der Steinwaldschule.