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Knüll erneut als LEADER-Region anerkannt

Neukirchen , den 05.12.2022

Umweltministerin Priska Hinz erkennt 24 LEADER-Regionen in Hessen an, eine davon ist der Knüll. Insgesamt stehen 105 Millionen Euro für Hessens ländliche Räume zur Verfügung – 3,36 Millionen können im Knüll zur Umsetzung von Projekten in der Regionalentwicklung abgerufen werden.

 

Am 1. Januar 2023 beginnt EU-weit eine neue Förderperiode. Umweltministerin Priska Hinz, die für die Entwicklung der ländlichen Räume in Hessen zuständig ist, hat im Kloster Eberbach in Eltville die Urkunden an Vertreterinnen und Vertreter der 24 Regionen überreicht, die bis Ende 2027 gefördert werden. Insgesamt ist ein Budget in Höhe von rund 105 Millionen Euro eingeplant. In der vergangenen Förderperiode waren es 90 Millionen Euro.

„Wir konnten alle eingegangenen Bewerbungen berücksichtigen. Damit werden ab 2023 knapp 2,5 Millionen Menschen in mehr als 320 Kommunen innerhalb einer Förderregion leben und von der Förderung profitieren“, freute sich die Ministerin.

 

Strategien aus der Region für die Region

 

Grundlage der LEADER-Förderung sind Entwicklungsstrategien für die Region, die gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bevölkerung, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden erarbeitet wurden. „Alle Strategien wurden vor Ort entwickelt und sind somit hervorragend geeignet, die Regionen in den nächsten Jahren weiter zu stärken und noch lebenswerter zu machen“, sagte Hinz. Im Knüll wurden Projekte entwickelt im Bereich Gesundheitsförderung und Ärzteversorgung, kultureller Austausch in den Orten, Klimaschutz und erneuerbare Energien. „Auch neue Konzepte für Wohnen, wie bspw. Wohnprojekte, aber auch zur Nutzung alter Gebäude mit und ohne Denkmalschutz in den Dörfern und Kleinstädten können gemeinsam entwickelt werden. Die Produktion und Entwicklung regionaler Produkte spielen im Knüll eine immer größere Rolle – gemeinsam sollen hier Wege gefunden werden, wie diese etwa noch besser vermarktet werden können. Auch ist uns Vernetzung und Anschub für Energieprojekte wie Bioenergiedörfer ein Anliegen“, berichtet Walter Glänzer, Vorsitzender des Vereins zur Regionalentwicklung im Knüllgebiet e.V. Das Naturerlebnis soll insbesondere im Naturpark Knüll noch intensiver ermöglicht werden, beispielsweise durch Wanderinfrastruktur, Naturerlebniswege und -spielplätze. Bildungsangebote für eine nachhaltige Entwicklung sollen über den Naturpark in Kooperation mit Schulen und Kitas entwickelt werden. Das Radfahren im touristischen Bereich, aber auch im Alltag soll regional besser abgestimmt und weiterentwickelt werden. Auch Projekte der Klein- und Kleinstunternehmen werden wieder von diesen Mitteln profitieren können. Die Lokale Entwicklungsstrategie sowie ein Flyer mit können hier heruntergeladen werden.

 

Hintergrund: Was ist LEADER?

 

LEADER ist eine Förderstrategie der Europäischen Union, mit der ländliche Regionen Fördermittel akquirieren, Projekte entwickeln und umsetzen können. Der Knüll wurde 1995 zum ersten Mal als LEADER- Region anerkannt und ist seitdem ein bedeutender Akteur für die Regionalentwicklung. Die vorliegende Lokale Entwicklungsstrategie (LES) benennt Handlungsfelder und Ziele des Knülls und dient als Grundlage für die Umsetzung von Projekten in den kommenden Förderperiode 2023-2027.

Die LES wurde im Zeitraum von November 2021 bis Mai 2022 in vielen Workshops, Abstimmungsrunden und Gesprächen mit regionalen Akteurinnen und Akteuren erarbeitet. Insgesamt sollen der Region Knüll in den nächsten 5 Jahren 3,36 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung stehen. Auch die Übergangsjahre 2028/2029 sollen finanziell abgesichert werden.

Im Knüll fungiert der Verein zur Regionalentwicklung im Knüllgebiet e.V. als Lokale Aktionsgruppe im Sinne der LEADER-Strategie. Mit der Durchführung es Regionalmanagements beauftragt der Verein wieder den Zweckverband Knüllgebiet.

 Die Lokale Entwicklungsstrategie enthält eine Beschreibung der Gebietskulisse inkl. Stärken- und Schwächenanalyse. Eine sozioökonomische Analyse beschreibt die Ausgangssituation der Region anhand der für die Bearbeitung vorgesehenen Handlungsfelder. Kern der LES ist die Darstellung des Leitbilds, der Ziele und der im partizipativen Prozess erarbeiteten Projekte in Form eines Aktionsplans.

 

In folgenden Handlungsfeldern können in der kommenden Förderperiode Projekte umgesetzt werden:

  • Handlungsfeld 1 Gleichwertige Lebensverhältnisse für ALLE – Daseinsvorsorge
  • Handlungsfeld 2 Wirtschaftliche Entwicklung und regionale Versorgungsstrukturen durch Klein- und Kleinstunternehmen
  • Handlungsfeld 3 Erholungsräume für Naherholung und ländlichen Tourismus
  • Handlungsfeld 4 Bioökonomie – Anpassungsstrategien zu einem nachhaltigen Konsumverhalten

Unterstützung bei der Prüfung und Bewertung der eingereichten Strategien erhielt das Umweltministerium von einem eigens eingerichteten Fachausschuss, der sich aus Mitgliedern unterschiedlicher Organisationen zusammensetzt, darunter unter anderem der Städte- und Gemeindebund, berufsständische Vertretungen der Landwirtschaft, die IHK und der Landfrauenverband.