Fabelhafter Abendspaziergang:

Mit ausgestreckten Armen hält Annika Schröder ein dünnes Seil gespannt. Mit einer Gruppe steht sie im Tal, über welches die Burgruine Wallenstein thront und blickt über die offenen Wiesen. Nach ihrer Einführung zu den fabelhaften Fünf Vögeln und ihren Lebensräumen im Naturpark Knüll kommen die Teilnehmenden schnell darauf, was die Naturpark-Mitarbeiterin spielerisch zeigt: Hierbei handelt es sich um die Flügelspannweite des Rotmilans. Hier im Naturpark Knüll ein häufig zu sehender Brutvogel, weltweit betrachtet aber so selten vorkommt, dass Deutschland eine besondere Verantwortung trägt für seinen Schutz. Für die Flügelspannweite des Schwarzstorchs, den Bewohner ruhiger und alter Mischwälder, reichen selbst ihre langen Arme nicht. Die anderen Drei der fabelhaften Fünf sind deutlich kleiner. Wer sie kennenlernen möchte, kann gern an einer Naturparkführung dazu teilnehmen.

Mit viel Freude, angeregten Gesprächen und erlebnisreichen Informationen sind an diesem sonnigen Abend zwei Gruppen auf dem Fabelweg Schlossbrunnenweg unterwegs. Das Besondere an dieser Naturparkführung, die anlässlich des 5jährigen Jubiläums des Naturparks stattfindet: Sie bietet nicht nur Naturerlebnisse, sondern auch kulinarische Genüsse. Die Tour wurde mit einem alkoholfreien Holunderblütencocktail und der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Naturparks Knüll, Dr. Nico Ritz, am Strandbad No. 1 in Wallenstein eröffnet. Er berichtet darüber, wie der immer noch jüngste Naturpark Deutschlands in 2021 unter Coronabedingungen gestartet ist, über 50 Jahre nach der ersten Idee zur Entwicklung eines Naturparks im Knüll.

Als die Gruppen zum Quellteich im hinteren Teil des Tals kommen, werden sie von Familie Zinn erwartet. Auf die Hand gibt es Rehpralinen, selbstgebackenes Brot und Bärlauchquark. Wer sich gestärkt hat, lässt sich gleich wieder von der Natur-Begeisterung Annika Schröders anstecken. Sie hat im Quellteich Feuersalamanderlarven entdeckt. Das Besondere: Sie sind lebend geboren worden und nicht, wie die meisten anderen Amphibien, aus einem Ei geschlüpft.

Nach einigen weiteren Stopps kommt die Gruppe kurz vor der Burgruine in einem Kreis zusammen und lässt Revue passieren, wie einzelne Tier- und Pflanzenarten in Verbindung zueinanderstehen.  Verdeutlicht wird dies mit einem Netz, das die Teilnehmenden zwischen sich spannen. Naturpark-Geschäftsführerin Katrin Anders, die die zweite Gruppe anleitet, überträgt dies auf die Arbeit im Naturpark: „Auch wir haben uns in den ersten fünf Jahren des Naturparks nur deshalb so gut entwickeln können, weil wir in einem tollen Netzwerk mit den beteiligten Städten und Gemeinden, Behörden, Institutionen, Verbänden und Vereinen, vielen anderen und insbesondere den vielen ehrenamtlich Unterstützenden arbeiten können.“ Sie sprach allen Anwesenden dafür ihren Dank aus, auch dafür, an den Veranstaltungen teilzunehmen und anderen davon zu berichten.

Im Burghof empfing Familie Zinn die Teilnehmenden mit Grillgut und Getränken, und der Wallensteiner Dr. Ingo Grebe gab unterhaltsam Informationen zur Geschichte der Burg in Verbindung mit dem Knüll. Einen leckeren und vergnüglichen Abschluss fand die Veranstaltung schließlich bei einem hausgemachten Eis mit Fichtennadelsirup im Strandbad No. 1.

BU: Leckere Erlebnisse auf dem Fabelweg „Schlossbrunnenweg“ zum 5. Geburtstag des Naturparks Knüll © Julian Schmelzle